Marc Seeliger

Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Forschungskolleg Franken

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Marc Seeliger
Forschungskolleg Franken
am Institut für Fränkische Landesgeschichte
Marktplatz 1
95349 Thurnau
Telefon: +49 (0) 9228 99605-26
E-Mail: marc.seeliger@uni-bamberg.de
marc.seeliger@uni-bayreuth.de

Marc Seeliger

Promotionsprojekt

in der Neuesten Geschichte
Betreuerin: Prof. Dr. Sabine Freitag, Universität Bamberg

Arbeitstitel: Die Polizei in Nürnberg-Fürth 1918-1952

Das Dissertationsprojekt will die Geschichte der in Nürnberg und Fürth befindlichen Polizeien während der Weimarer Republik, der NS- und der Nachkriegszeit untersuchen. Im Mittelpunkt steht hierbei der strukturelle Wandel des Polizeiwesens in Bayern und Deutschland und die Auswirkungen der zahlreichen Veränderungen auf die Handlungsfelder der PolizistInnen als Akteure. Die räumliche Beschränkung auf die beiden benachbarten Industriestädte erlaubt dabei einen detaillierteren Ansatz für die Erforschung der Funktionsweise und Entwicklung der verschiedenen Teile des Polizeiwesens und ermöglicht zudem, die Rolle der lokalen und regionalen Strukturen und Akteure als Faktoren eben auch im Falle staatlicher Polizei zu untersuchen.

Die Krisen der Weimarer Republik, die Modernisierung des Polizeiwesens in den 1920er Jahren und in Nürnberg und Fürth zudem die Verstaatlichung der Polizei im Klima der Angst vor Revolutionsumtrieben, hatten zahlreiche Änderungen in der Struktur und der generellen „police culture“ der Polizei zur Folge. Ab 1933 folgte dann die Integrierung der Polizei in den NS-Verfolgungsapparat und die Gleichschaltung der Länder. Nach einer kurzzeitigen Rekommunalisierung der Polizeien in der amerikanischen Besatzungszone wurde zwischen 1946 und 1952 die bayerische Polizei neu aufgebaut und damit erneut bedeutende strukturelle und rechtliche Veränderungen vorgenommen.

Vor diesem Hintergrund wird untersucht, wie sich die genannten Umwälzungen auf die Polizeieinheiten in Nürnberg und Fürth auswirkten und wie die PolizistInnen auf die Änderungen reagierten. Konnte man bspw. in den 1930er Jahren besonders schnell Karriere machen, wenn man auch SS-Mitglied wurde und sich als eifriger Nazi zu erkennen gab? Darüber hinaus wird auch danach geforscht, wie die von polizeilichem Handeln betroffenen Personen sowie die breitere Öffentlichkeit reagierten. So wurden bspw. Mitglieder linker Parteien und Gewerkschaften, aber auch Roma und Sinti lange vor 1933 besonders intensiv überwacht und schikaniert. Nach dem Krieg blieben Verhaltensmuster und Vorgehensweise der Polizei noch lange von der NS-Zeit geprägt und einzelne Karrieren erstreckten sich über mehrere politische Systeme hinweg. Auch deshalb wird der zeitliche Rahmen nicht etwa auf 1933-45 beschränkt, sondern in Anlehnung an jüngere Forschungsprojekte zu Brüchen und Kontinuitäten bei den staatlichen Akteuren nach 1945, auf die Nachkriegszeit ausgedehnt.

Forschungs- und Arbeitsschwerpunkte

  • Geschichte der Staatsgewalt
  • Geschichte des Nationalsozialismus
  • Wirtschafts- und Sozialgeschichte des 20. Jahrhunderts
  • Bayerische und Fränkische Landesgeschichte

Vita

März 2019Honorary Visiting Fellow am Stanley Burton Centre for Holocaust and Genocide Studies der Univ. of Leicester, UK
seit 2018Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Forschungskolleg Franken am Institut für Fränkische Landesgeschichte (Universität Bayreuth/Universität Bamberg)
2013–20171. Staatsexamen Lehramt Gymnasium in Englisch und Geschichte an der Universität Bamberg
2013–2016Bachelor of Arts in Geschichte, Anglistik und Romanistik an der Universität Bamberg