Fabian Braun, M.A.

Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Forschungskolleg Franken

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Fabian Braun, M.A.
Forschungskolleg Franken
am Institut für Fränkische Landesgeschichte
Marktplatz 1
95349 Thurnau
Telefon: +49 (0) 9228 99605-41
E-Mail: fabian1.braun@uni-bayreuth.de

Fabian Braun, M.A.

Promotionsprojekt

in der Fränkischen Landesgeschichte
Betreuerin: Prof. Dr. Sabine Ullmann, Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt

Arbeitstitel: Der Urbanisierungsprozess des Landjudentums am Beispiel der zwei fränkischen Städte Schweinfurt und Dinkelsbühl von 1750 bis 1871

Die Wiederansiedlung von Juden im 19. Jahrhundert bedeutete aufgrund der hohen Diskontinuität jüdischer Niederlassungen gerade für ehemalige Reichsstädte einen „judenpolitischen Wendepunkt“. Die fränkischen Städte Schweinfurt und Dinkelsbühl wiesen hierbei aufgrund von Kriterien wie Wiederansiedlungszeitpunkt, konfessioneller Prägung und Bevölkerungsgröße erhebliche Unterschiede zueinander auf. Daher bieten sich die beiden Gemeinwesen für einen städtegeschichtlichen, typologischen Vergleich an, der im Ergebnis weitere Rückschlüsse auf den Urbanisierungsprozess des Landjudentums erlaubt.

Im ersten Schritt soll der neuzeitliche Prozess der Wiederansiedlung untersucht und anschließend im zweiten Schritt die fortschreitende Urbanisierung der neu gebildeten jüdischen Gemeinden bis zur Reichsgründung verfolgt werden. Beide Schritte wurden durch verschiedenartige sozioökonomische wie auch kulturell-religiöse Transformationsprozesse begleitet. Diese fanden in der jüdischen, in der mehrheitlich christlichen, wie auch in der gesamten Gesellschaft selbst statt. Im politischen Schatten des den Juden aufgezwungenen Erziehungskonzepts, das in Bayern durch den einschränkenden Matrikelparagraphen besonders restriktive Anwendung erfuhr, wurde somit ein vielschichtiger Strukturwandel induziert. Im letzten Schritt sollen die Beziehungen umliegender Landjudengemeinden mit den Reichsstädten, die als regionale Absatzmärkte auch für die Juden wichtig waren, in der Frühen Neuzeit vorgestellt werden.

Aufgrund bereits bestehender intensiver christlich-jüdischer Stadt-Umland Beziehungen in voremanzipatorischer Zeit muss das Projekt in einen größeren zeitlichen Rahmen eingeordnet werden, um den komplexen Wiederansiedlungsprozess in seiner Gänze verdeutlichen zu können.
Es zeigt sich ein diachroner Untersuchungszeitraum von ca. 1750 bis 1871, der über die von Reinhart Koselleck so bezeichnete Sattelzeit hinausgeht. In Verbindung mit einer mikrohistorischen Perspektive auf das Thema wird ein landesgeschichtlicher Zugriff unerlässlich. Eingedenk des vorliegenden normativen wie auch akteurszentrierten Quellenmaterials soll das Spannungsfeld zwischen den Obrigkeiten, den alteingesessenen Stadtbewohnern und den Juden besonders herausgearbeitet werden. Mittels Heranziehung raumspezifischer Modelle gilt es dieses auch im jeweiligen städtischen Umfeld und darüber hinaus zu verorten.

Weitere Forschungs- und Arbeitsschwerpunkte

  • Bayerische und Fränkische Landesgeschichte
  • Jüdische Geschichte
  • Sozial- und Kulturgeschichte
  • Lokal- und Regionalgeschichte

Vita

seit 2020Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Forschungskolleg Franken am Institut für Fränkische Landesgeschichte (Universität Bayreuth/Universität Bamberg)
2015-2019Interdisziplinärer Master der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt mit Hauptfach Geschichte und Nebenfach Klassischer Archäologie. Masterarbeit: Die Neue Judenordnung der Reichsstadt Nördlingen von 1669 – Analyse des Entwicklungsprozesses und Untersuchung der daran beteiligten Akteure
2011-2015Zweifachbachelor der Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg mit Hauptfach Geschichte und Nebenfach Kulturgeographie